AUSSTELLUNG: Water - Curse or Blessing!?

Encouraging Architectural Projects in Asia-Pacific

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9. September - 21. Oktober 2011
Eröffnung: 9. September 2011, 19:00 Uhr

Aedes Am Pfefferberg, Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin
Öffnungszeiten: Di-Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa-So 13 bis 17 Uhr

Diese Ausstellung wurde ermöglicht mit der großzügigen Unterstützung von:

Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).

Die Ausstellung ist ein Projekt von Aedes East Internationales Forum für Zeitgenössische Architektur e.V. und wurde kuratiert von Ulla Giesler, Kulturwissenschaflerin, Berlin.

Aktuelle Bilder zur Ausstellung finden Sie hier.

OPEN-WATER:
Ausstellungseröffnung
9. September 2011, 19:00 Uhr
Es sprechen:
•   Dr. h.c. Kristin Feireiss Direktorin/Aedes
•   Dr. Reiner Seider Leiter des Referats Europäische Zusammenarbeit, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Berlin
•   Haewon Shin Architektin/Lokaldesign, Seoul
•   Harsh Purohit Sustainable Campaigner/Cognito India, Vadodara
•   Ulla Giesler Kuratorin/Aedes






Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen 2011 mit dem Schwerpunktthema Water, Foodproduction and Health präsentiert der Aedes East e.V. die Ausstellung Water–Curse or Blessing!?. Gezeigt werden urbane, infrastrukturelle, architektonische und umweltplanerische Maßnahmen aus Ost-, Süd- und Südostasien, die vom Wasser bestimmt sind. Sei es durch Wassermangel, steigende Meeresspiegel, drohende Fluten oder geographische Besonderheiten. Begleitet wird die Ausstellung durch einen interdisziplinären wie interkulturellen Diskurs mit Teilnehmern aus der Fachwelt, Politik und Kultur.

Die Veränderungen des globalen Klimas werden nicht nur extremere Wetterbedingungen nach sich ziehen, sondern auch den Anstieg der Erdmitteltemperatur, deren Folgen das Abschmelzen der Polkappen, des Gletschereises und den Anstieg des Meeresspiegels bedeuten könnte. Dabei spitzt sich die Lage weiter zu, denn gleichzeitig steigt der weltweite Wasserbedarf, insbesondere bei den Wirtschaftsmächten China und Indien, aber auch in anderen aufstrebenden Teilen Ost-, Süd- und Südostasiens. Während es in einigen Gebieten der Welt immer wieder zu Überschwemmungen kommt, kämpfen andere Staaten mit den Folgen von Wasserknappheit und daraus resultierenden Dürren. Neben nicht abzusehender ökologischer Folgen sind insbesondere menschliche Siedlungen bedroht, die sich in Wassernähe befinden: Für mehr als 50% der Weltbevölkerung, die in Städten leben – mit steigender Tendenz beim Blick auf die Megastädte in Asien – von denen wiederum fast 90% in der Nähe von Meeren und Flüssen liegen, müssen dringend nachhaltige Strategien entwickelt werden, welche die sich ändernden klimatischen Bedingungen in die städtebaulichen bzw. architektonischen Entwürfe integrieren.

Das Ausstellungsprojekt Water–Curse or Blessing!? orientiert sich an der Fragestellung, wie Architekten und Städteplaner in der Asien-Pazifik-Region mit diesen Perspektiven auf das Wasser umgehen. Die ausgewählten Projekte geben Einblicke in spezifische Szenarien in urbanen Räumen benachbarter Regionen - auch zur Wahrnehmungsschärfung überregionaler Bezüge - von China über Indien zu beiden Teilen Koreas, Thailand, Indonesien, Taiwan und Singapur bis zu Australien, die sich mit konträren Anliegen hinsichtlich der endlichen Ressource konfrontiert sehen: zuviel oder zu wenig Wasser, verschmutztes Wasser, etc. Wassermanagement, Wasseraufbereitung, Regenwasserbewirtschaftung, Meerwasserentsalzung, Hochwasserschutz, Verbesserung der Infrastruktur wie der urbanen Lebensqualität durch die Revitalisierung verlassener Industriegebiete sind einige der Headlines der Projekte. Das Ziel der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit gestaltet die Suche nach Antworten dabei komplex.

In der Ausstellung werden die folgenden Projekte präsentiert:
 
Australien:
    •    „Tanker“, eine Vision von Tom Morgan, Sharkmouse, Melbourne
    •    „Tidal Garden“, eine Analyse von Richard Black, Times Two Architects/RMIT, Melbourne
    •    „Carrara Lakes“, eine spekulative Studie von Ross Brewin, Monash University, Melbourne
 
China:
    •    „Flood Control: The Floating Gardens“, Kongjian Yu ,Turenscape, Beijing/Taizhou
    •    „Tianjin Qiaoyuan Park: The Adaptation Palettes“, Kongjian Yu, Turenscape, Beijing/Tianjin
    •    „Shanghai Houtan Park: Landscape as a Living System“, Kongjian Yu, Turenscape, Beijing/Shanghai
    •    „Xinjin Water Town“, ein Vorhaben der Urban Planner von MVRDV, Rotterdam/Xinjin
    •    „Beidaihe EcoCity“, ein nachhaltiger Ansatz von Daniel Schwabe und ZOU Yingxi des Architekturbüros Synarchitects, Berlin/Beijing
    •    „Sichang-Road Teahouse“, Pu Miao, Miao Design, Shanghai/Honolulu
 
Demokratische Volksrepublik Korea:
    •    „Vision: Green Housing“, RI Il O, Paektusan Architecture Academy, Pyongyang
 
Indien:
    •    „The Living Building“, ein innovatives Konzept für nachhaltige Architektur von Archana Prasad + Freeman Murray der Künstlerinitiative Jaaga, Bangalore
    •    „Hathi Gaon – Village for a Hundred Elephants“, Rahul Mehrotra, RMA architects, Boston/Mumbai
    •    „Periferry“, Sonal Jain und Mriganka Madhukaillya, Desire Machine Collective, Guwahati/Assam
    •    „How much water do you consume every day?“, Installation von Harsh Purohit, Cognito India, Vadodara
    •    „Designs on a Delta“, Abhijit Gupta & Sayak Mukherjee, Künstlerinitiative KHOJ, Kolkata
 
Indonesien:
    •    „Alila Villas Uluwatu“ ein nachhaltiges Resort auf der Insel Bali, entworfen von Richard Hassell und Wong Mun Summ, WOHA, Singapur
 
Republik Korea:
    •    „Han River Access Tunnel Project“, ein Projekt von Haewon Shin, Lokaldesign, in Kooperation mit Ateliers Lion Seoul und Jegong, Seoul
    •    „Seoul Floating Islands“, realisiert von Taeman Kim von HAEAHN Architecture, Seoul
 
Singapur:
    •    „Bishan Park River Restoration“, Atelier Dreiseitl, Überlingen/Singapur
    •    „Visionary Masterplan for Singapore 2050“, ein hypothetisches Projekt von Richard Hassell und Wong Mun Summ, Architekturbüro WOHA, Singapur
    •    Public-Private-Partnership Projekte des Public Utilities Board (PUB), Singapur, u.a. „Marina Barrage“
 
Taiwan:
    •    „Taipei Telecom Park“, ein auf nachhaltiger Wasserwirtschaft basierendes Stadtentwicklungsprojekt von Atelier Dreiseitl, Überlingen/Taipei
 
Thailand:
    •    „A Post Diluvian Future“, ein Lösungsansatz von Songsuda Adhibai, Ponlawat Buasri + Taylor Lowe vom jungen Büro S+PBA, Bangkok
    •    „Sunny Water Lillies“, eine Studie der The Why Factory, Delft
 
Vereinigte Arabische Emirate:
„Floating Mosque“, die schwimmende Moschee, entworfen von Koen Olthuis, Waterstudio NL, Den Haag

Indes könnten die Szenarien nicht gegensätzlicher sein:

In Australien ist Wasser einerseits Mangelware und Häuser und Infrastruktur sollen so Ressourcen schonend wie möglich gebaut werden um dabei insbesondere den Wasserverbrauch zu senken; andererseits bedrohen immer wiederkehrende Überschwemmungen, wie zuletzt im Januar 2011, große Teile des Landes und bedeuten große Herausforderungen für Architekten.

Das Projekt Tanker des Melbourner Designers Tom Morgan von Sharkmouse bietet eine Lösungsmöglichkeit für eine auf dem australischen Kontinent häufig vorkommende Bedrohung: Buschfeuer. Es ist die Vision eines „intelligenten“ und vor allem mobilen Gebäudes, das durch eine eingebaute Sprinkleranlage, die von Tanks auf dem Hausdach gespeist wird, die Bewohner automatisch vor Buschfeuern schützt.

Richard Black, Dozent an der RMIT University, Melbourne und Chef des Architekturbüros Times Two Architects, verbildlicht mit seiner Studie Tidal Garden seine Vorstellungen vom Leben mit dem Fluss Murray. Der Fluss ist eine der wichtigsten Süßwasserquellen im australischen Südosten und zweitlängster Strom des Landes. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs und mehrfacher Stauungen erreicht immer weniger Wasser die Mündung ins Meer und sie droht zu versanden. Richard Black greift dieses Szenario auf und legt das Konzept der „mobilen Landschaft“ vor, der die Idee innewohnt, die wechselnden Pegelstände des Flusses in die Architektur der Gebäude zu integrieren.

Das Projekt Carrara Lakes von Ross Brewin, Dozent an der Monash University und freier Architekt in Melbourne, ist eine visionäre Analyse, die sich mit einem Gebiet innerhalb der derzeit am schnellsten wachsenden urbanen Region Australiens befasst: Gold Coast City in der Nähe der Küstenstadt Brisbane an der Ostküste des Kontinents. Die städteplanerische Maßnahme bewahrt die Auenlandschaft und das bestehende Flusssystem und erhält die funktionalen Eigenschaften des Gebiets als Wasserspeicher und Biotop. Nicht außer Acht gelassen wird dabei die Unvermeidbarkeit der städtebaulichen Erschließung der Auenlandschaft, wobei Carrara Lakes versucht, als Mittler zwischen den beiden unterschiedlichen Interessenlagen aufzutreten. Zentrales Element ist die Anlage eines Sees, der die Wasserstraßen miteinander verbinden und in der neu entstandenen Stadt als sozialer Mittelpunkt fungieren wird.

In China wird der steigende Wasserbedarf zunehmend zum Problem, da das Wasser der zahlreichen Flüsse aufgrund ungefilterter Abwassereinleitungen größtenteils nicht nutzbar ist: „70% der chinesischen Flüsse sind verschmutzt. Insofern ist die Wasserknappheit ein hausgemachtes Problem“, wie der Wasserschutzexperte, Prof. Wolfgang Geiger, versichert. Die chinesische Öffentlichkeit sei diesbezüglich sensibilisiert und der Druck auf die Regierung wachse: „In quasi jeder zweiten China Daily-Ausgabe geht es um ein Wasserproblem – sei es Überflutung, Knappheit oder Verschmutzung.“ Insofern sind Wasserreinigung wie nachhaltige Wassernutzung die Kernthemen für Architekten und Landschaftsplaner.

Die chinesischen Stadt- und Landschaftsplaner vom Büro Turenscape in Beijing liefern diesbezügliche Lösungsansätze, die sich mit der ökologisch-nachhaltigen Gestaltung von Flussufern befassen. Unter der Leitung von Prof. Kongjian Yu, College of Architecture and Landscape Architecture, werden innovative Verfahren entwickelt, diese Zonen für die Stadtbewohner attraktiv zu gestalten und damit das Bewusstsein für den kulturellen Wert des Lebensraums Wasser zu steigern.
Ihr Projekt Flood Control: The Floating Gardens ist ein Beispiel für solch eine integrale Methode. In der am ostchinesischen Meer gelegenen 5-Millionen-Stadt Taizhou wurde die Uferzone des bislang verlassenen und vernachlässigten Yongning Flusses revitalisiert und mittels minimaler Eingriffe in einen öffentlichen Park umgestaltet. Info-Boxen informieren die Besucher über den Prozess der Transformation und die besondere Bedeutung natürlicher Ressourcen. Das Ufer dient heute nicht nur als Erholungsort für urbane Mittelschichten, sondern trägt auf ökologische Weise zum Hochwasserschutz bei, da die mit Bambus bepflanzten Marschen schwankende Wasserpegel kompensieren.

Ein ähnliches Ausgangsszenario herrschte in der nordchinesischen Stadt Tianjin, wo Turenscape auf Anfrage der Stadtbewohner aktiv wurde. Im Rahmen des Projekts Tianjin Qiaoyuan Park: The Adaptation Palettes wurde ein Stadtgebiet, das ehemals als Mülldeponie und Schießplatz fungierte, in einen öffentlichen Garten verwandelt. Dazu musste zunächst der pH-Wert des alkalischen Bodens neutralisiert werden, bevor mit der Anlage von mehr als 21 Teichen und der Bepflanzung begonnen werden konnte. Während der Regenzeit und aufgrund des hohen Grundwasserspiegels füllen sich die Teiche mit Wasser und wirken so nicht nur als Speicher, sondern auch als Filter. Der inhärente Ansatz lautet „let nature work“ und so wurden die landschaftsplanerischen Parameter, abgesehen von der Teichanlage und einer Initialbepflanzung, auf ein Minimum beschränkt. Das Ergebnis: ein natürlich gewachsenes Biotop in der Mitte der Stadt.

Das Projekt Shanghai Houtan Park: Landscape as a Living System wurde im Rahmen der Weltausstellung 2010 realisiert und umfasst in seiner Herangehensweise besonders die Wasserreinigung, da das Flusswasser extrem verschmutzt ist. Darüber hinaus sind der ökologische Hochwasserschutz wie der urbane Reisanbau wesentlich für das Projekt. Zunächst wurde das vormalige Steilufer des durch die ostchinesische Metropole Shanghai fließenden Huangpu-Flusses entfernt, der Uferboden dekontaminiert und schließlich bepflanzt. Die Initiative zielt darauf ab, die ehemalige Industriebrache als einen öffentlich nutzbaren Erholungsort wieder aufleben zu lassen und mittels partieller Erhaltung der industriellen Stahlkonstruktionen an die vormalige Landnutzung zu erinnern.

Analog hierzu hat das niederländische Büro MVRDV mit dem Projekt Xinjin Water Town einen Masterplan für die in der Nähe von Chengdu liegende Stadt Xinjin in Zentralchina entworfen – eines der vielen rasant wachsenden urbanen Zentren des Landes. In Xinjin fließen fünf Flüsse zusammen, und so ist das Leben mit dem Element Wasser seit jeher fundamental für die Menschen. Die Architekten aus Rotterdam, die für provozierende Ansätze wie Pig City, aber auch groß angelegte Urban Planning-Projekte bekannt sind, planen, das bestehende die Stadt durchziehende Netz von Wasserstraßen zu erweitern und durch die Anlage von mehreren Inseln auf dem Fluss ein neues Stadtzentrum für neue Wohn- und Arbeitsräume zu kreieren. Durch ein ausgeklügeltes System der Ufergestaltung auf den Inseln können die wiederkehrenden Überschwemmungen aufgefangen werden und der Fluss bleibt für die Stadtbewohner zugänglich.

Die Beidaihe EcoCity ist ein weiteres Beispiel für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Die jungen Architekten Daniel Schwabe und ZOU Yingxi haben Synarchitects gemeinsam aufgebaut und sind heute in Berlin wie auch Beijing vertreten, wobei sie sich auf energieeffiziente Kultur-, Wohn- und Bürobauten konzentrieren. Das Großprojekt in der gleichnamigen Stadt Beidaihe sieht vor, einen Industrie-Fischereihafen in ein modernes und nachhaltiges Stadtgefüge für 20.000 Einwohner zu transformieren. Dazu werden Industriebrachen in Wohn- und Freizeitanlagen verwandelt und die ehemals auf der Bewirtschaftung von Aquakulturen basierende lokale Ökonomie wird ihren Schwerpunkt zukünftig im Tourismus finden. Der Energiebedarf für die Stadt soll durch regenerative Energieträger gedeckt werden, wodurch Beidaihe EcoCity CO2-neutral sein wird.

Pu Miao, Miao Design Studio Shanghai, sieht in der Ressource Wasser das Potential, die zunehmende Abgrenzung zwischen den Stadtbewohnern und der Natur abzuwenden. Durch die rapide Urbanisierung Chinas und das schnelle Städtewachstum sind viele natürliche Wasserflächen zerstört worden. Weiterhin wird der Zugang zu den übrigen Flüssen und Seen durch strenge gesetzliche Regularien unterbunden. Das Resultat sind die Stadtkinder unserer Gegenwart, die jeden Bezug zum Element Wasser verloren haben. Pu Miao greift dieses Szenario in seiner Arbeit auf und geht das Problem auf Mikroebene an, indem er Gebäude entwirft, die eine neue Beziehung zum natürlichen Wasserkreislauf stimulieren sollen. Nahe eines geschützten Flusses in der Stadt Kunshan bei Shanghai hat Pu Miao das Sichang-Road Teahouse entworfen. Dort sitzt man in kleinen Glasgondeln, die vollständig von Wasser umgeben sind. Wie in einem Boot können die Menschen ihre Arme über den Rand hängen lassen und unter dem Schatten der Bäume das Wasser unter sich berühren. Es bleibt zu hoffen, dass sich seine Mühen lohnen, die Menschen ihren Bezug zur Natur neu entdecken und sich daraus eine gesteigerte Nachfrage nach einer ganzheitlichen städtischen Umwelt einstellt.

Auch in Indien ist der Umgang mit der Ressource Wasser ein drängendes Thema. 80% der Wasserreserven des Landes benötigt die Landwirtschaft, wobei aufgrund veralteter Kanalsysteme nur ein Bruchteil auf den Feldern ankommt. Zudem sinkt der Grundwasserspiegel aufgrund des rapiden Urbanisierungsprozesses und des damit verknüpften erhöhten Wasserbedarfs sowie wegen ausbleibender Regenfälle. Dabei ist insbesondere der Nordwesten des Landes betroffen. Mehr noch als der Mangel ist jedoch die Verunreinigung des Wassers ein großes Problem auf dem Subkontinent: „Unsere Flüsse und Reservoirs sind mit Schwermetallen aus der Industrie, chemischen Düngemitteln und Pestiziden vergiftet“, sagt der Umweltaktivist Ganesh Pangare. Wasseraufbereitung und -Reinigung, Speicherung wie auch die Optimierung des Wassertransportes sind die zukünftigen Herausforderungen für Indien.

Zur Gruppe der kleineren Initiativen, die mit geringen Budgets und umso mehr Kreativität nachhaltig arbeiten, zählt das im südindischen Bangalore ansässige Projekt The Living Building der Künstlerinitiative Jaaga. Gegründet von Archana Prasad und Freeman Murray bietet Jaaga – was übersetzt „Raum“ bedeutet – Künstlern, Technikern und Öko-Aktivisten eine Plattform für ihre Ideen. Jaaga’s Einzigartigkeit liegt darin, dass das Gebäude selbst ein Ort ständiger Transformation ist, ein soziales, ökologisches und technisches Experiment, das als Kunstinstallation im öffentlichen Raum begriffen werden kann. Es ist ein Ort, der auf Anforderungen und Wünsche der Bewohner und der Umgebung reagiert. In Zusammenarbeit mit Kreativen aus aller Welt wurde das Haus, das aus einer schnell zusammensetzbaren Stahlkonstruktion besteht, unter Nachhaltigkeitsaspekten auf- bzw. umgerüstet, wobei die benötigte Energie wird zu fast 100% mittels Solarzellen erzeugt wird. Die Gebäudekühlung und der Lärmschutz werden über einen 70m2 messenden vertikalen Garten gewährleistet, der mit heimischen Pflanzen wie Ananas, Grünlilie, Basilikum und Sonnentaler bepflanzt ist. Die Brauchwasserversorgung des Hauses, die die Bewässerung des Gartens und des Gemüseanbaus auf der Dachterrasse speist, basiert auf Regenwasserspeicherung, wobei das gewonnene Wasser mittels eines Ressourcen schonenden Aquaponik-Hydrosystems im Kreislauf verbleibt. Jaaga ist vor nicht allzu langer Zeit innerhalb Bangalores umgezogen, wo mehr als doppelt so viel Raum für neue Projekte und Installationen zur Verfügung steht.

Außerhalb der Wüstenstadt Jaipur im westindischen Bundesstaat Rajasthan, haben die Architekten von RMA architects aus Mumbai das Hathi Gaon - Village for a Hundred Elephants entworfen, ein Low-Cost-Wohnprojekt für 100 Elefanten und ihre Pfleger. Dabei stehen soziale und ökologische Belange im Mittelpunkt: Die Speicherung des seltenen und kostbaren Regenwassers in Gewässern, die sich während der Regenzeit in den Untiefen der Gegend bilden. Die Anlage umfasst die Unterbringung der Elefanten und deren Pfleger (so genannte Mahouts), während die Gewässer als Badestellen für die Elefanten dienen und damit eine wichtige Grundlage für deren Wohlbefinden schaffen. Wichtiger noch ist die positive Wirkung des Hathi Gaon auf die unmittelbare Umwelt: die ökologische Regeneration. Das Biotop zieht einheimische Arten wie auch Zugvögel an, wodurch sich ein Mikroklima bildet, das auf den ursprünglich tropischen Lebensraum der Elefanten anspielt.

Die in Guwahati, Hauptstadt des nordostindischen Bundesstaats Assam, vor Anker liegende Fähre M.V. Chandardinga ist die Basis des Projekts Periferry, initiiert von den Künstlern Sonal Jain und Mriganka Madhukaillya von Desire Machine Collective. Der Name Periferry spielt mit den Begriffen „Peripherie“ und „Fähre“ und greift die Situation des Flusses und seiner zahlreichen Fähren auf, deren Bedeutung seit der Verlagerung der Transportwege vom Wasser- auf den Landweg zunehmend schwindet. Periferry will den global-lokalen Dialog fördern und einen Raum – im wörtlichen wie im metaphorischen Sinn – schaffen, in dem hegemoniale Diskurse und historisch etablierte Narrative hinterfragt werden. Alternative Kunstpraktiken und „Mirko-Historien“ werden erforscht, wobei das Konzept von Zentrum und Peripherie angefochten wird. Das Projekt experimentiert mit Ökologie, Technologie, Medien und Wissenschaft und versucht, einen öffentlichen Raum zu kreieren – physisch wie auch virtuell – um kritische Reflektionen zu provozieren. Für die Ausstellung konzipiert Periferry eine Installation, die sich mit der Situation des größten Flusses Ostindiens, dem Brahmaputra, auseinandersetzt.

Harsh Purohit, Sustainable Campaigner aus dem westindischen Vadodara, und seine Beratungsagentur Cognito India verbinden Nachhaltigkeit und Design und gehen mit vielen ihrer ökologischen Konzepte und Initiativen an die Öffentlichkeit. Der Titel seines konzeptionellen Ausstellungsbeitrags How much water do you consume every day? spiegelt auf einprägsame Weise den durchschnittlichen indirekten Wasserverbrauch eines Menschen wider. Damit ist das Wasser gemeint, das für den Produktionsprozess von Konsumgütern benötigt wird: das so genannte virtuelle Wasser.

Die Inseln der Sunderbans im Mündungsdelta des Ganges in West Bengalen waren und bleiben ein nur unter großen Anstrengungen bewohnbares Terrain. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen ist der Dschungel geschrumpft, wodurch sich Menschen ansiedeln konnten. Gleichzeitig bedeutete der Verlust des Waldes weniger Schutz im Falle von Zyklonen oder Hochwasser. Die zunehmende Verschlammung des Flussnetzes und natürliche Feinde wie der bengalische Tiger machen den dort lebenden Menschen das Leben zunehmend schwer. Die Dörfer und Gemeinden sind abhängig vom Dschungel und den Flüssen, weshalb sie jede Umsiedlung ihrer Lebensgrundlage berauben würde. Zweifellos werden die Menschen trotz aller Widrigkeiten dort wohnen bleiben. Vor diesem Hintergrund hat sich der Workshop Designs on a Delta, initiiert vom Künstlerkollektiv KHOJ in Kolkata mit dem Versuch auseinandergesetzt, Interventionen zu entwickeln, von denen die Bewohner profitieren könnten. Der schliessliche Entwurf umfasst ein auf Stelzen gebautes Haus aus lokal-verfügbaren Baumaterialien. Erst kürzlich hat KHOJ begonnen, mit einem Partner aus der Wirtschaft zusammen zu arbeiten und das Projekt umzusetzen.

Die Unabhängigkeit von der Wasserversorgung ist für den südostasiatischen Stadtstaat Singapur höchste Priorität und gleichzeitig Hauptmotivation für eine inselweite Wassermanagementstrategie. Das tropische Klima bedeutet zwar eine zuverlässige Versorgung mit Wasser, jedoch sind die stellenweise sehr heftigen Regengüsse eine Herausforderung in Bezug auf den Hochwasserschutz und die Trinkwassersicherheit des dicht besiedelten Staats. Wie könnte eine Lösung aussehen, die das Wasser auffängt und zu Trinkwasser aufbereitet, während gleichzeitig neue urbane Räume für die Stadtbewohner entstehen und dabei der Natur ausreichend Raum gegeben wird? In Kooperation mit der singapurianischen Behörde Public Utilities Board entwickelte Atelier Dreiseitl einen visionären und pragmatischen Ansatz, der die tropischen Wetterbedingungen Singapurs berücksichtigt und insbesondere den effizienten Umgang mit der Ressource Wasser anvisiert. Das ABC-Water Program steht für active, beautiful und clean und ist entsprechend der Bedürfnisse der Menschen inspiriert. Im Rahmen eines einzigartigen Planungsansatzes hat das Singapore Water Department einen kooperativen Prozess ins Leben gerufen, der das Engagement für die Gemeinschaft aktivieren soll und auf einem innovativen Wasserdesign basiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Restauration des natürlichen Selbstreinigungspotentials des Wassers genauso wie die Kreation von vitalen Freizeit- und Erholungsorten für die Menschen, mit der Hoffnung, dass die (Re-)Integration des Elements Wasser in das Leben der Menschen eine größere Wertschätzung und im Idealfall ein verstärktes Gefühl der Verbundenheit und Verantwortung zur Folge haben wird. Die Richtlinien des ABC-Water Programs stellen die Weichen für die Transformation der öffentlichen Räume Singapurs hin zu einer Infrastruktur im Einklang mit der Natur und besonders mit dem Element Wasser.

Das Pilotprojekt des ABC-Masterplans für das 140 km2 umfassende Gebiet um den Kallang Fluß ist Bishan Park River Restoration. Dabei wird das betonierte Steilufer eines 3 km langen Abschnitts in einen natürlichen Flußlauf umgestaltet, der sich durch die urbane Landschaft schlängelt: Singapurs meistbesuchter Park wird in eine Wasserlandschaft transformiert, die den natürlichen Zyklen unterliegt und viel Platz für Menschen, Natur und frisches Wasser bereithält. Durch die vielen Windungen gewinnt der Kallang an Länge, wodurch größere Speicherkapazitäten im Falle eines Hochwassers verfügbar sind, während natürliche Klärsysteme die Wasserqualität verbessern. Das Ziel ist der Schutz der natürlichen Süßwasserreserve und die Aufbereitung des Gebiets als öffentliches Erholungsgebiet für Singapurs Einwohner.

Die Arbeit des Atelier Dreiseitl in Asien reicht von Singapur über China bis zu den Philippinen und nach Taiwan und wird von den Niederlassungen in Singapur und Beijing koordiniert. Der Taipei Telecom Park in Taiwan beinhaltet die städtebauliche Entwicklung eines früheren 24 ha großen Industriegeländes unter Aspekten der Regenwasserwirtschaft. Mit dem positiven Effekt des Hochwasserschutzes und der Verbesserung der Wasserqualität durch natürliche Klärverfahren entstehen attraktive und kommunikative neue Räume. Die teils starken Regenfälle wurden einst als eine Bedrohung wahrgenommen und bedeuten heute einen Segen, da sie die neuen Wohn- und Arbeitsräume in lebenswerte Orte verwandeln.

In Form einer Zeitung und Nachrichtensendung präsentiert das Architekturbüro WOHA aus Singapur eine ironische Science-Fiction Vision mit dem Visionary Masterplan for Singapore 2050: „Architects and urban planners re-emerge from oblivion and return to their roots of benevolent megalomania“, ist nach Meinung der Architekten rund um Wong Mun Summ und Richard Hassell die neue, nicht ganz ernst gemeinte Devise. Einen visuellen Eindruck davon, wie sich WOHA die Zukunft der Stadt vorstellt, erhält man, wenn man einen Blick in die von ihnen entworfene Zeitung „Strange Times“ wirft, eine Parodie der „The Straits Times“, Singapurs meistgelesene englischsprachige Tageszeitung. Inklusive der Werbeanzeigen ist die gesamte Ausgabe konzeptionell am Singapore Masterplan 2050 orientiert und thematisiert die zukünftigen Aufgaben hinsichtlich der weiteren strukturellen Entwicklung, die sich an die Entscheidungsträger des Stadtstaats richten: die Sicherung der Energieversorgung und die gleichzeitige Reduktion des CO2-Fußabdrucks, der Umgang mit dem drohenden Anstieg des Meeresspiegels und die Gewinnung von Trinkwasser. Die Initiative rief zuerst Unstimmigkeiten hervor und die große Aufmerksamkeit, die den Architekten plötzlich zuteil wurde, war diesen nicht geheuer. WOHA erhielt im Jahr 2007 den Aga Khan Award for Architecture und in den Jahren 2010 und 2011 den RIBA Award. Inzwischen ist es eines der renommiertesten Büros in Südostasien, das Aedes bereits im Jahr 2006 gemeinsam mit dem Architekt Mok Wei Wei im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt hat.

Dass Tourismus durchaus im Einklang mit der Natur funktionieren kann, zeigen die Architekten und Planer von WOHA außerdem mit ihren Projekt Alila Villas Uluwatu an der Südküste der Insel Bali in Indonesien. Angelehnt an die traditionelle Bauweise in der Region und unter der ausschließlichen Verwendung lokal verfügbarer Baumaterialien umfasst das Hotelprojekt 34 Suiten und 40 kleinere Villen. Die Wasserver- und Entsorgung basiert auf der Speicherung und Wiederverwertung des während der Monsunzeit reichlichen Regenwassers. Abwässer werden als Brauchwasser recycelt und bleiben so im internen Kreislauf. Die Swimmingpools sind mit Meerwasser gefüllt, was den Einsatz Umwelt belastenden Chlors überflüssig macht. Die Begrünung des Geländes wurde mit sukkulenten Pflanzen umgesetzt.

WOHA wurde für die Entwürfe der School of the Arts in Singapur und die Alila Villas Uluwatu ausgezeichnet. Die Jury lobte die Alila Villas dafür, beispielhaft für "wirklich nachhaltigen Tourismus" zu stehen und zu zeigen, dass bewusster Konsum – auch in Luxusresorts – möglich ist.

Vor dem Hintergrund, dass 90% der Städte der Welt an den Küsten von Flüssen oder Ozeanen liegen, konzentriert sich das niederländische Architekturbüro Waterstudio NL, gegründet von Architekt und Stadtplaner Koen Olthuis, auf Strategien, die die Verlagerung des menschlichen Lebensraums vom Land auf die Meeresoberfläche anvisieren. „Wir versuchen, Strategien zu entwickeln, die Städte flexibler machen, damit sie den Folgen des Klimawandels besser gewachsen sind. Die Trennung von Gebäude und Grundstück durch die Nutzung von Wasser erlaubt es, schnell auf Veränderungen zu reagieren und dabei gleichzeitig die Umwelt zu schonen“, erläutert Koen Olthuis seinen Ansatz. Die Floating Mosque in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Beispiel dafür. Der Entwurf steht stellvertretend für die Kombination aus traditioneller Funktion und modernem Design. Die auf dem Wasser schwimmende Moschee wird durch trichterförmige Schächte in der Decke mit Licht versorgt, wobei kaltes Meerwasser, das durch die Wände gepumpt wird, die notwendige Kühlung gewährleistet.

In der Demokratischen Volksrepublik Korea, etwas außerhalb der Hauptstadt Pyongyang, könnte der Ort des Projektentwurfs Vision: Green Housing liegen, konzipiert vom Architekten Il-O Ri von der Paektusan Architecture Academy. Kern der Vision ist die Anlage umweltfreundlicher Wohnungen, wobei die Abwässer wie auch gesammeltes Regenwasser mit Hilfe von Kläranlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, gesäubert und in den Kreislauf zurückgeführt werden. Die Speicherung des Wassers erfolgt in den Kellern bzw. in den Dachgeschossen der Gebäude.

Ähnlich der Szenarien in anderen Ländern des asiatischen Kontinents bestimmen auch in Thailand Faktoren wie ökonomisches, industrielles und landwirtschaftliches Wachstum als auch die rapide Bevölkerungszunahme die lokale Wasserwirtschaft. Insbesondere die hohe Siedlungsdichte in den urbanen Agglomerationen Bangkok und Chiang Mai stellt sich als problematisch heraus, da schlicht nicht genug Fläche vorhanden ist, die geflutet werden könnte, um die regelmäßigen Hochwasser zu kompensieren. Bei den präsentierten Projekten handelt es sich um Visionen, die für diese mögliche Herausforderung als Lösung die Verlagerung des Lebensraumes vom Land auf die Wasseroberfläche sehen. 

Die jungen thailändischen Architekten des Büros S+PBA, Songsuda Adhibai, Ponlawat Buasri und Taylor Lowe liefern mit A Post Diluvian Future ihren „nachsintflutlichen“ Ansatz zum Anstieg des Meeresspiegels und dem daraus resultierenden Szenario für die rapide absinkende Hauptstadt Bangkok. Inspiriert von der einzigartigen Architektur im südthailändischen Dorf Koh Pan Yi, wo sich alles Leben gestützt auf Mangrovenstelzen 1,5m über der Meeresoberfläche abspielt, konfigurierten die beiden Architekten die „Wetropolis“: basierend auf Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen wird der Raum über der Wasseroberfläche als neuer Lebensraum für die Stadtbewohner erschlossen und eröffnet den Bewohnern der Stadt damit, eine Stadt zu bewohnen, die Überschwemmungen als Konstante und nicht als Krise begreift.

Neue Denkrichtungen hinsichtlich zukünftiger Stadtplanung zeigt auch die niederländische Why Factory ein globaler Think-Tank und wissenschaftliches Institut, initiiert und geführt von MVRDV und der Universität Delft, mit der Studie Sunny Water Lillies auf. Vor dem Hintergrund beständig zunehmender Bevölkerungszahlen in den urbanen Gebieten Thailands sehen die Architekten die Zukunft der Städte in Form schwimmender „Blumeninseln“ auf der Meeresoberfläche als eine „blühende Vision“. Die Why Factory untersucht Möglichkeiten für die städtische Entwicklung und visualisiert dabei Zukunftsszenarien.

Mit einer Breite von bis zu 1 km fließt der Fluss Han durch das Zentrum von Seoul und teilt die Stadt in einen Nord- und einen Südteil. Als Folge des rapiden Wachstums der Stadt ist die Flussufer-Zone – die früher für den Reisanbau genutzt wurde – mittlerweile vollständig in das Stadtgefüge übergegangen. Auch die rapide infrastrukturelle Entwicklung hat dazu geführt, dass das Flussufer das Potential, steigende Wasserstände kompensieren zu können, verloren hat. Im Rahmen der Maßnahme Han River Renaissance, die 2007 von der Stadt Seoul initiiert worden ist, werden derzeit unterschiedliche Projekte in der Hauptstadt umgesetzt, deren Schwerpunkte insbesondere die Verbesserung der Wasserqualität, der Hochwasserschutz, die ökologische Revitalisierung und die städtebauliche Gestaltung der Uferzonen in einen für die Stadtbewohner nutzbaren öffentlichen Raum umfassen.

Das Han River Access Project zeigt, wie effizienter Hochwasserschutz mit der gleichzeitigen (Wieder-) Belebung öffentlichen Raumes kombiniert werden kann. Das Architekturbüro Lokaldesign um die Architektin Haewon Shin ist für die Koordination dieses Großprojekts zuständig und hat in Zusammenarbeit mit Jegong Architects und Ateliers Lion Seoul ein einladendes und funktionales Design für das bislang vernachlässigte und als rein infrastrukturelles Element betrachtete Unterführungssystem entwickelt. Früher bildeten die Tunnel für die Stadtbewohner den einzigen Zugang zum Han Riverside Park und waren gleichzeitig Entlastungsfläche im Falle hoher Pegelstände. Heute fungieren sie als ein nutzbarer öffentlicher Raum mit funktionaler Dimension.

Ebenfalls handelt es sich bei dem Projekt Seoul Floating Islands vom Architekt und Stadtplaner Taeman Kim, der die Planungsbüros HAEAHN in Seoul und H-Architecture in New York aufgebaut hat, um ein Teilprojekt der groß angelegten Maßnahme Han River Renaissance. Mit dem Ziel, den Fluss den Stadtbewohnern wieder näher zu bringen, werden drei vollständig schwimmende Inseln - Vista, Terra und Viva - auf dem Fluss installiert und zukünftig als Veranstaltungsorte für kulturelle Events genutzt. Der Projektort liegt an der zentralen Kreuzung der Nord-Süd und Ost-West Achse der Stadt, wo der Fluß Han von einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt überquert wird. Die Nähe zur doppelstöckigen Banpo Brücke wird als der Ort der effektivste Ort wahrgenommen, die urbane Vitalität der Hauptstadt wieder zu beleben. Der 1,5km lange Übergang wurde in eine Fußgängerbrücke umgewandelt, die von einem Wasserfall eingerahmt wird. Die Seoul Floating Islands bedeuten für Seoul nicht nur ein neues Erkennungszeichen sondern auch einen sozialen Treffpunkt.

Die Ausstellung Water–Curse or Blessing!? versucht nicht nur Antworten zu geben, sondern auch in die lokalen Besonderheiten der Asien-Pazifik-Region einzuführen und den Diskurs über das zukunftsbestimmende Thema Wasser zu bereichern.

Ein herzlicher Dank an alle beteiligten Architekten und Designer. Ohne die vielfältigen Beiträge und den hohen Einsatz der an der Ausstellung beteiligten Projektpartner wäre dies nicht möglich gewesen! Die Ausstellungsdesignerin Christine Meierhofer hat in der Zusammenarbeit mit der Kuratorin Ulla Giesler und Eva Wildhardt, Assistenz, das Ausstellungslayout entwickelt, in dessen Rahmen die Architekten und Landschaftsplaner ihre eigenen Ideen und Konzepte entfalten konnten.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Zumtobel, Carpet Concept, Busch Jaeger, AXOR hansgrohe, Goethe Institut, Friedrich-Naumann-Stiftung, Botschaft des Königreichs Niederlande und Australische Botschaft Berlin.

Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).

...zu weiteren Events im Rahmen der Ausstellung geht es hier

Bilder und Pressematerial zum Download finden Sie hier
user ID: presse@water.aedes
passwort: presse

Begleitend erscheint ein Aedes-Katalog mit Essays von Michael Roper/Melbourne und Eduard Kögel/Berlin (10€).

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